Klimakrise oder Klimakatastrophe?

Dieser Frage näherte sich Prof. Richard Pott vom Institut für Geobotanik an der Leibniz Universität in Hannover.

Während sich »Klima« auf das großräumig langfristige Geschehen bezieht, beschreibt »Wetter« das kleinräumig kurzfristige Geschehen. »Klima« ist schließlich die Synthese des Wetters über einen Zeitraum von 30 Jahren und wird von fünf Faktoren beeinflusst:

··Solare Faktoren
··Orbitale Faktoren
··Atmosphärische Faktoren
··Geogene Faktoren
··Bio- und Anthropogene Faktoren

Was sind Bio- und Anthropogene Faktoren? Wir Menschen meinen, dass mit unserem technischen Know-how alles beherrschbar ist. Wir haben den Respekt vor dem sensiblen System Erde verloren!

Dieses Handeln des Menschen seit Beginn der Industrialisierung hat dazu geführt, dass der Nobelpreisträger für Chemie Paul Crutzen 2002 ein neues Erdzeitalter definiert hat:
das »Anthropozän«.

Englische Wissenschaftler setzen das Anthropozän mit dem Beginn des Industriezeitalters im Jahr 1800 an. Es besagt, dass seither der Mensch ganz entscheidend die natürliche Umwelt verändere, zunehmend nicht mehr nur lokal, sondern global. Das Einwirken der menschlichen Aktivitäten auf die Umwelt hat eine mit natürlichen Einflüssen vergleichbare Dimension erreicht: Nutzung von congena 30-50% der globalen Landoberfläche aufgrund des rasanten Wachstums der Weltbevölkerung, Ausbeutung der Meere durch die Fischerei, Landschaftsveränderungen durch Bedarf an Rohstoffen zum Bau der menschlichen Infrastruktur, Energiebedarf für die zunehmende Technik, Wasser- und Nahrungsbedarf. Die Konsequenzen kennen wir: Erhöhung der Konzentration von Treibhausgasen und damit Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs.

Der Anstieg der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan hat ein Niveau erreicht, das schon in diesem Jahrhundert zu einem Temperaturanstieg vergleichbar mit dem Temperaturmaximum im Neogen führen könnte.

Das Klima der Erde könnte vielleicht zurückkehren in wärmere Phasen, wie sie zuletzt im Pliozän vorherrschten. Es gibt Hypothesen dieser Wahrscheinlichkeit, dass die Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre durch den Menschen Folgen haben wird, welche die Wiederkehr einer nächsten Eiszeit verhindern könnten.

Das rapide Abschmelzen des arktischen Meereises und das wahrscheinliche, wenn auch längerfristige Abschmelzen des Grönlandeises werden Bedingungen schaffen, welche die geringfügigen Schwankungen der Erdbahnparameter möglicherweise zu wenig zur Wirkung kommen lassen werden, um eine neue Eiszeit [Kaltzeit] einzuleiten. Außerdem ist anzunehmen, dass bis dahin die Konzentration der Treibhausgase wohl kaum auf vorindustrielles Niveau zurückkehren wird. Dabei sind die neuen Klimaverhältnisse nur ein Merkmal, wenn auch vielleicht das entscheidende des neuen Zeitalters.

Die Natur kennt keine Katastrophen.
Der Mensch bringt in vielerlei Hinsicht seine Umwelt aus dem natürlichen Gleichgewicht und sieht sich daher nach Vulkanausbrüchen, Tsunamis, Hurrikans … zunehmend den Folgen seines Eingreifens in das System Erde ausgesetzt.

Diese Naturereignisse sind weder genau vorhersehbar, noch zu verhindern oder zu beherrschen. Die Menschheit muss aber vorbeugen und ihr Verhalten anpassen, die Kräfte der Natur ernst nehmen und sie nicht wider besseren Wissens ignorieren. Zudem müssen die Menschen naturgegebene Schutzmaßnahmen achten und diese nicht zerstören.

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